ArcGIS Pro 3.7 & ArcGIS Enterprise 12.1

Utility Network – What's New

Was ist neu im Utility Network? Die Highlights des 2026 Network Management Release

Gliederung

Einleitung

Mit dem 2026 Network Management Release erweitert Esri das Utility Network um zahlreiche Funktionen, die den Arbeitsalltag von Versorgungsunternehmen vereinfachen. Von neuen Analysemöglichkeiten über Performance-Verbesserungen bis hin zu vereinfachten Administrationsaufgaben – insbesondere GIS-Teams profitieren von effizienteren Workflows und neuen Werkzeugen für die Netzverwaltung.

In diesem Artikel geben wir einen kompakten Überblick über die wichtigsten Neuerungen. Neben den Kernfunktionen des Utility Networks werden auch Neuerungen in den Bereichen Network Diagrams, Branch Versioning und ArcGIS Enterprise 12.1 betrachtet.

Tracing & Analyse

Neuer Trace-Typ: Path Trace

Der neue Path Trace ermöglicht es, mehrere mögliche Pfade zwischen zwei oder mehr Standorten im Netzwerk zu finden – nicht nur den kürzesten. Neue Parameter wie Stopping Points, Num Paths und Max Hops bieten präzise Kontrolle über die Ergebnisse. Über das neue Stop Tab im Trace Pane können Stopping Points interaktiv definiert werden.

Der Path Trace führt mehrere neue Parameter für das Geoverarbeitungswerkzeug „Trace“ ein

Beispiel: Ein Wasserversorger kann mit dem Path Trace zwei Hydranten identifizieren, über die eine Hauptleitung gespült werden kann, und gleichzeitig per Isolation Trace betroffene Kunden (grau) und zu bedienende Ventile (pink) ermitteln. Dies reduziert den Abstimmungsaufwand zwischen Planern und Ingenieuren erheblich (Quelle: Robert Krisher, LinkedIn).

  • Der bisherige Shortest Path Trace ist damit deprecated; bestehende Workflows sollten zeitnah migriert werden.
Den neuen Trace-Typ „Paths“ finden Sie in der Utility Network Trace Gallery

Neue Trace-Ergebnisoptionen

Die Trace- und Export-Subnetwork-Tools bieten nun Optionen, um subnetzwerkbasierte Flussrichtungen und propagierte Werte in der JSON-Ausgabe zu inkludieren. Diese Informationen ermöglichen die Integration des Netzwerkmodells mit externen Systemen. Ein Beispiel für die Visualisierung von Flussrichtungen findet sich im ArcGIS Pro SDK Community Sample "Show Flow Arrows".

Beim Exportieren von Daten aus dem Versorgungsnetz können Sie nun auch die während der Ablaufverfolgung berechneten Flussrichtungen und weitergeleiteten Werte einbeziehen.

Funktionsaliase in Trace-Konfigurationen

Der Functions-Parameter in einer Trace-Konfiguration enthält nun eine optionale Eigenschaft Function Name. Wird dieser befüllt, erscheint der Alias in den Trace-Ergebnissen und beschreibt das Resultat der Funktion verständlich.

Beispiel: Statt kryptischer Funktionsnamen kann direkt "Gesamtlänge Fernwärmeleitung" als Beschreibung in den Ergebnissen angezeigt werden.

Funktionen können nun Aliase haben, die das Verständnis der Ergebnisse einer Ablaufverfolgung erleichtern

Subnetwork Management

Überarbeitetes Find Subnetworks Pane

Das Find Subnetworks Pane wurde in ArcGIS Pro 3.7 grundlegend überarbeitet und bietet nun Quick-Filter-Buttons, um Subnetzwerke nach Status zu filtern: Clean, Dirty, Invalid, Deleted und New. Das Kontextmenü wurde um neue Befehle erweitert – z. B. Subnetwork Controller selektieren ohne Trace, Subnetzwerk aktivieren für Transparenz oder Subnetzwerke ohne aktive Controller löschen. Erweiterte Optionen erlauben die Steuerung der maximalen Anzahl zurückgegebener Subnetzwerke sowie die Validierung der Konsistenz bei Traces.

Der überarbeitete Bereich „Subnetworks Pane“ in ArcGIS Pro 3.7

Telecom Domain Network & Utility Network Version 8

Neues Telecom Domain Network

Mit Utility Network Version 8 wird ein neuer Typ von Domain Network eingeführt: das Telecom Domain Network. Dieses bietet ein eigenes Schema für die Verwaltung von Telekommunikationsinfrastruktur, basierend auf Circuit Management mit Unterstützung für Grouping von Junction Objects, Edge Objects und Associations. Ein Circuit definiert einen dedizierten Pfad zwischen Start- und Stopppunkt und kann Sections und Subcircuits enthalten.

Beispiel: Ein einzelner Datensatz kann viele Glasfaserstränge innerhalb eines Kabels repräsentieren (Grouping) – das reduziert die Datensatzanzahl bei Telekommunikationsnetzen mit Milliarden nonspatial Objects erheblich.

  • Neue Trace-Typen: Circuit Trace und Path Trace für Telecom-Analysen

  • Color Schemes zur Identifikation einzelner Fasern nach Standard- oder Custom-Farbkonventionen 

  • Foreign Key-basierte Associations speichern Konnektivität inline statt in separaten Tabellen

  • Dirty Objects Table verfolgt den Status nonspatial Objects und Associations

Propagation Resetter

Die neue Network Category Propagation Resetter ermöglicht es, Features im Netzwerk zu kennzeichnen, die den propagierten Attributwert zurücksetzen, wenn sie bei einem Trace entdeckt werden. Dies ist besonders relevant für Kunden, die Attribute Propagation in ihren Subnetzwerken nutzen.

Administration & Schema Management

Schema-Änderungen ohne Topology-Deaktivierung

Ab ArcGIS Pro 3.7 können Asset Groups und Asset Types hinzugefügt und umbenannt werden, ohne die Network Topology deaktivieren zu müssen. Dies reduziert den administrativen Aufwand erheblich und minimiert Ausfallzeiten. Esri hat angekündigt, dass in den nächsten Releases weitere Einschränkungen gelockert werden – GIS-Administratoren sollten die Seite "Utility network management tasks" bei jedem Release prüfen.

Upgrade Dataset Tool – Flexible Versionswahl

Das Upgrade Dataset Tool bietet nun einen neuen Parameter, mit dem gezielt die gewünschte Utility Network Schema-Version für das Upgrade ausgewählt werden kann. Dies erleichtert die Arbeit in Umgebungen, in denen neuere ArcGIS Pro Clients ältere ArcGIS Enterprise Versionen administrieren.

Beispiel: Ein GIS-Administrator kann mit ArcGIS Pro 3.7 ein Utility Network gezielt auf Version 7 upgraden, auch wenn Version 8 verfügbar wäre – um Kompatibilität mit ArcGIS Enterprise 11.3 zu gewährleisten.

Schema-Vergleich & Reports

Das Compare Schema Tool und der verbesserte Generate Schema Report mit dynamischem HTML-Output (seit ArcGIS Pro 3.6) ermöglichen es, Schema-Änderungen zwischen Umgebungen oder Zeitpunkten zu identifizieren. Nicht-Administratoren können benutzerfreundliche HTML-Reports des Datenmodells und der Utility Network Konfiguration einfach nachvollziehen und bewerten.

Performance-Optimierungen

Update Subnetwork – Deutlich schneller beim Erstdurchlauf

Die erstmalige Ausführung von Update Subnetwork nach Aktivierung der Network Topology läuft in ArcGIS Pro 3.7 signifikant schneller. Dies beschleunigt den QA/QC-Prozess und reduziert die Ausfallzeit bei Go-Live-Szenarien erheblich. Da Migrationsprojekte iterativ sind, profitieren Kunden bei jeder neuen Bereitstellung eines Utility Networks von dieser Optimierung (Quelle: Robert Krisher).

Verbesserte Performance bei Propagation

Die Performance für Subnetzwerke, die Propagation nutzen, wurde ebenfalls verbessert. Dies betrifft sowohl die Berechnung als auch das Update von Subnetzwerken mit propagierten Attributen.

Network Diagrams

Circuit Diagrams für Telecom Domain Networks

Mit der Einführung des Telecom Domain Networks werden Circuit Diagrams als neuer Diagrammtyp verfügbar. Diese visualisieren Signalpfade (Circuits) innerhalb eines Telecom Domain Networks und zeigen die Komponenten entlang jedes Circuits klar und übersichtlich. Die Erstellung erfolgt über das neue Find Circuits Pane, in dem Circuits gesucht und direkt als Diagramm generiert werden können.

  • Spezifische Circuit Diagram Templates steuern die Darstellung

  • Neue Telecom Circuits Gruppe im Utility Network Tab auf dem Ribbon

  • Circuit Diagrams können auch aus einem bereits geöffneten Circuit Diagram heraus erstellt werden

     

     

Lizenzierung für Diagrams

Ab ArcGIS Pro 3.7 können Benutzer mit Creator User Type bestehende Diagrams anzeigen (View). Für das Erstellen, Bearbeiten und Speichern von Diagrams ist weiterhin die Advanced Editing User Type Extension erforderlich. Ab ArcGIS Enterprise 11.5 ist die Advanced Editing Extension nicht mehr für das reine Anzeigen gespeicherter Diagrams nötig.

Branch Versioning

Branch Version Editing Widget (ArcGIS Experience Builder)

In ArcGIS Enterprise 12.1 wird das bisherige Branch Version Management Widget durch das neue Branch Version Editing Widget ersetzt. Das neue Widget bietet denselben Funktionsumfang wie sein Vorgänger und ergänzt diesen um zusätzliche Funktionen zur Versionsverwaltung. Das alte Widget wird in Q4 2026 endgültig eingestellt – ein Wechsel sollte zeitnah geplant werden.

SDK-Erweiterungen für Versioning

Das ArcGIS Pro 3.7 SDK bietet neue Extension Methods für Post- und Reconcile-Operationen, die den Undo/Redo-Stack von ArcGIS Pro unterstützen. Zusätzlich wurde der Zugriff auf Konfliktinformationen für Traditional Versioning implementiert. Dies ermöglicht Entwicklern, maßgeschneiderte Versionsverwaltungs-Workflows in Add-ins zu integrieren.

Feature Cache für Traditional Versioning

Enterprise Geodatabase Feature Classes, die als traditional versioned registriert sind, unterstützen nun manuelle Feature-Cache-Operationen. Dies kann die Performance bei der Arbeit mit versionierten Daten in großen Enterprise-Umgebungen deutlich verbessern.

Lizenzierung & Named User

Erweiterte Möglichkeiten mit Creator User Type

Mit dem Wechsel zu Named User Licensing in ArcGIS Pro 3.7 können Benutzer mit Creator User Type (= ArcGIS Pro Basic) nun mehr Utility Network Funktionen nutzen: Features und Associations anzeigen/abfragen, bestehende Diagrams anzeigen und Traces ausführen.

Mit der Advanced Editing User Type Extension kommen zusätzlich hinzu: Network Topology validieren, Features und Associations editieren, Terminalverbindungen ändern, Diagrams erstellen/bearbeiten/speichern und der Error Inspector.

Der Professional User Type (ArcGIS Pro Standard) ist erforderlich, um Schema zu erstellen/ändern und ein Utility Network zu publizieren.

Deprecations & Ausblick

Utility Network Version 3 – Deprecated

Utility Network Version 3 wird mit diesem Release deprecated. Kunden, die noch diese Version nutzen, sollten auf Version 5 oder höher upgraden. Das Upgrade Dataset Tool unterstützt nun die gezielte Auswahl der Zielversion.

Shortest Path Trace – Deprecated

Der bisherige Shortest Path Trace wurde als veraltet gekennzeichnet. Bestehende Workflows funktionieren weiterhin, sollten jedoch schrittweise auf den neuen Path Trace umgestellt werden. Bestehende Workflows funktionieren weiterhin, da der Path Trace noch nicht auf allen Plattformen verfügbar ist. Kunden sollten jedoch zeitnah mit der Migration beginnen – spätestens bis zum nächsten Major Release.

Weiterführende Ressourcen

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